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Ganz schön kalt hier

Einpökeln, Trocknen, Räuchern, in Salzlake einlegen, Einkochen - viele Möglichkeiten hat der Mensch gefunden um Lebensmittel zu konservieren. Doch keine der vielen Möglichkeiten ist so einfach zu handhaben wie das Einfrieren. Und keine Möglichkeit ist heute so preiswert wie das Einfrieren. Das war aber nicht immer so. Anfang der 50er Jahre kostete ein Kühlschrank noch 800,- DM bei einem monatlichen Durchschnittsverdienst von 560,- DM. Weil Kühlschränke noch bis in die 60er Jahre  unerschwinglich waren, schlossen sich die Einwohner einiger Dörfer zusammen und richteten sich ein größeres Kühlhaus mit einem Kühlaggregat und ausreichend Fächern ein.

Auch in unserem Dorf steht so ein Kühlhaus, das von den Lindhorstern noch genutzt wird. Im Jahr 1957 schlossen sich Lindhorster zu einer Eigentümergemeinschaft zusammen und beschlossen den Kauf eines Kühlaggregats von Opel Frigidaire.
Opel? Kühlanlagen? Ja - tatsächlich Opel hat einmal Kühlschränke gebaut. Bis ins Jahr 1959 für jeden Haushalt, bis zum Jahr 1962 baute Opel Kühlanlagen für gewerbliche Zwecke oder für eben für Dorfkühlhäuser. 
Bei meiner Suche zur Marke "Frigidaire" bin ich im Googleversum auf die Betreiber des Autohauses Gerstel und deren Blog gestoßen. Der im Beitrag angesprochene Besim hat mir dann auch ein Exklusiv-Foto eines Opel-Kühlschranks in einem Opel-Haus für diesen Beitrag zur Verfügung gestellt.

Die Lindhorster Anlage wurde von der noch heute existierenden Firma Carl Schrödter gebaut.
Ihre Tage sind allerdings gezählt, weil das Kühlmittel, mit der sie betrieben wird, ab dem nächsten Jahr nicht mehr hergestellt wird.
Der Umbau oder der Kauf einer modernen Kühlanlage lohnt nicht mehr. Heute stehen in den meisten Haushalten Kühltruhen oder Gefrierschränke. Man muss nicht durch das halbe Dorf laufen, wenn man mal Appetit auf ein Eis hat. Obwohl dies ja besser für die Figur sein soll.

Blick auf die Kühlfächer im Vorkühlraum

Einer der beiden großen Kühlräume

Minus 18 Grad

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