Sonntag, 27. Mai 2012

Schöner alter Pfingstbrauch

Pingstkarr, Hoferkarr,
Baukweitenstroh,
Tauen Johr is uck wedder so.
Dibber, dibber, dib. 
Dibber, dibber, dib. 
Oh, watt förn bunte Mütz 
heff ick. 
Arfenbusch un Bohnenstoken, 
morgen wüd wi Eier koken, 
dann wüd wi uns lustig moken. 
Viva Hurra!
Am Pfingstsonntag ziehen die Kinder durch unser Dorf, klingeln an den Haustüren und singen ihr Liedchen. Dafür gibt es Süßigkeiten und ein paar Euro in die Kasse, die am Ende des Tages brüderlich und schwesterlich aufgeteilt wird.
Schon Tage vor Pfingsten findet sich meist eine Gruppe von Kindern zusammen, die den Wagen mit Frühlingsblumen aus dem Garten schmücken. 
Kleine Rast

Zufrieden mit Lollis, Smarties und ein paar Euro


Meist ist es ein Bollerwagen zum Selberziehen, aber wir hatten auch schon Jahre, in denen größere Jungen mit ihrem Rasenmähertrecker einen geschmückten Hänger zogen.
Traditionell darf auf dem Wagen immer das jüngste Kind sitzen und muss dann auf die Kasse aufpassen.
Manchmal entschließen sich weitere Kinder mitzuziehen, manchmal bleiben Kinder zurück, aber nur wer bis zuletzt durchhält, bekommt eine Beteiligung an der Kasse und an den Süßigkeiten.
Heute ist ein idealer Tag, es ist sonnig, aber nicht heiß. Und es regnet nicht.


 

Samstag, 26. Mai 2012

Osterhasi?

Hat sich nicht im Feiertag vertan und besucht unseren Garten mit den lecker Blümchen fast jeden Morgen - ein echter Feldhase. 
Aufnahme vom 23.05.12

Aufnahmen von heute

Wächst und gedeiht


Seit gestern ist auch die Fledermaus wieder in der Abenddämmerung auf Jagd nach Insekten. Um die zu fotografieren reicht allerdings meine Kameraausrüstung nicht aus. 
Solange der Hase übrigens auf der östlichen Seite unserer Landesstraße L213 bleibt, ist er geschützt. Auf der anderen Straßenseite ist Jagdgebiet.

Donnerstag, 24. Mai 2012

Jubiläum

Dies ist der 200. Post, seitdem ich blogge. 

Und ein Dankeschön an alle, die hier mitlesen. Und an meinen Mann, der immer die Rechtschreibfehler findet und mich auf merkwürdige Formulierungen aufmerksam macht.

Es war ein schwieriger Anfang, weil ich noch gar nicht wusste, wieviel Arbeit ein halbwegs interessantes Blog verursachen kann.

Am Anfang sollte es nur ein Ventil für meine berufliche Depri und geistiger Ausgleich sein. Aber spätestens nach meiner Krankheit im November habe ich erkannt, dass Jammern um verlorene Dinge oder Chancen nichts nutzt. 

Meine Leserschaft entwickelt sich sehr langsam nach oben, das Teilen in Google+ hat mir einen kräftigen Schub gegeben. Und ich werde im Dorf darauf angesprochen, ob ich schreibmäßig unterwegs bin, wenn ich die Fotoausrüstung dabei habe.


Der meistgelesene Post war bislang die Konsumkritik am Fleisch von Edeka. Meine Lieblingsposts sind allerdings die von den Bau- und Abrissarbeiten an der Autobahn, in die wir die meiste Zeit investiert haben, uns sogar schon zweimal die Nacht um die Ohren geschlagen haben.


So wie unser Otto hätte ich gern die Ruhe weg, wenn ich mal wieder mit dem Layout kämpfe.
Mein Fazit dieser letzten Monate ist, 200 Posts sind nicht genug. Ich hoffe mir fällt noch viel Interessantes vor die Füße, über das ich berichten kann.

Dienstag, 22. Mai 2012

Verspätet

Mal wieder der "Wert der Dinge"...


Das Frühjahr mit seinen Eisheiligen ist vorbei. Mit den ersten warmen Tagen schielt schon der Sommer um die Ecke. 

Im März aber, bevor im Frühling die Brut- und Setzzeit beginnt und Hunde wieder an die Leine gehören, treffen sich in unserem Ort und in unserem Landkreis Schüler aus den Grundschulen mit Vertretern der Jägerschaft um im Wald "Klar Schiff" zu machen und den Müll weg zu schaffen, den verantwortungslose Erwachsene hinterlassen haben. So auch vor vielen Jahren unsere Kinder.


Samstag Abend - Feierabend. 

Ich komme mit dem Auto auf den Hof gefahren, die Männer (ein ganzer und zwei halbe) sind hinten im Garten. Ich steige aus, will nach hinten gehen um sie zu begrüßen. Ziehe noch die Büro-Pumps aus, bleibe neben dem Gartentisch stehen. "He, Jungs - was ist das denn?" Etwas Weißes liegt auf dem Tisch, leere Augenhöhlen, ein Reißzahn - ein Totenschädel. 

Mein Großer kommt freudestrahlend auf mich zu: "Den habe ich heute im Wald gefunden. Arne sagt, das war mal ein Fuchs. Findest Du den gar nicht gruselig?" "Nein, finde ich nicht, eher interessant" sage ich zu meinem sichtlich enttäuschten Großen. Der hatte mit einem "IIIIHH, schmeiß´das weg!" gerechnet. Und er hatte sich schon eine kleine Ansprache ausgedacht, mit der er mich überreden wollte, das Ding behalten zu dürfen.  Allerdings brauchte er seine Überredungskünste nicht anzuwenden. Ich habe ihm sofort einen Ehrenplatz für seinen tollen Fund versprochen.

Und so liegt seit "ewigen" Zeiten in unserer Mitbringsel-Trophäen-Vitrine zwischen geschnitzten Skarabäen aus Ägypten, Euro-Sonder-Münzen und Porzellanfiguren auch dieser Schädel von einem kleinen Fuchs.




 


Samstag, 19. Mai 2012

Huuunger!


Viel zu tun haben die Spatzeneltern, die eines der Vogelhäuser in unserem Garten belegt haben. 
Die Kamera war fest auf dem Stativ installiert, die Fotos wurden mit dem Fernauslöser und 200er Teleobjektiv "geschossen". Ich brauche dringendst ein besseres Tele-Zoom...

Freitag, 18. Mai 2012

Bilanz eines Vatertages

Fast ohne Bilder, aber nicht ohne Worte... 

Ich hasse diesen einen Tag im Jahr! Diesen beknackten Vatertag! Diesen Schnapsleichen-Kotz-Gegröle-Tag. Dieses "Wir können auch Alkohol ohne Spaß haben!" 
Ich habe nichts gegen Alkohol, ich trinke gern mal einen Wein oder ein gutes Bier. Mit Betonung auf "ein". Denn nach einem Glas aus Genuss kommt schon der Suff. Zumindest denke ich so. Leider aber kaum jemand sonst in meiner Umgebung. 
Gestern hatten wir sechs Stunden Gegröle vor der Tür, einen Typen, der vor meinen Augen ins Beet gepinkelt hat (Super! Ging nichts in die Hose!), einen Besoffenen, der vor meinen Augen in die Rabatten gekotzt hat (Ganz große Klasse! Kotze ging am T-Shirt vorbei), zwei komatöse Säufer auf dem Rasen schlafend, mindestens wieder fünf Leute mit Filmriss, eine Fast-Schlägerei mit Polizei-Einsatz. 
Das alles akribisch vorbereitet mit Organisieren eines Bauwagens zum Zusammensitzen, dem Drucken von T-Shirts um sich als eine zusammengehörige Säufergruppe kenntlich zu machen und des sorgfältigen Knüpfens von Schnaps- und sonstigen Bechern an Bänder, damit man die im Suff nicht verliert. 

Leute, ich kann es nicht verstehen! Aber ich habe auch nie den Ballermann verstanden oder die heutigen Wochenendbesucher auf der Reeperbahn in Hamburg....
Gestern in Nachbars Garten


 

Donnerstag, 17. Mai 2012

Wenn der Hahn kräht...

...in Lindhorst, dann ist Himmelfahrt - Vatertag - Hähnekrähen des "Nutzgeflügel-Zuchtverein Klecken und Umgebung von 1921". Hinter dem sperrigen Namen verbirgt sich das zweite dörfliche Groß-Event nach dem Osterfeuer. Junge und alte Züchter kommen hier zu einem Wettkampf zusammen, bei dem es nicht um die Schönheit des Federviehs geht, sondern um die Lautstärke.
Der Gewinner des Tages hat heute in einer Stunde 157 mal gekräht, ganz ohne Mist, aber vor großem Publikum.

Links die Nummer 3 ist der Sieger des heutigen Tages

Hat nicht gereicht diesmal


Nach der Siegerehrung geht es nach Hause. Devil, ein Sussexhahn hat diesmal nicht gewonnen

Das Publikum bestand wie in jedem Jahr aus nüchternen Vätern mit ihren Familien und teilweise strunzbesoffenen Jugendlichen und jungen Männern; einige kotzen sich gerade in Nachbars Garten aus. 
Und auch ohne die Hähne wird auf dem Hof Drewes mitten im Dorf viel geboten: 
Live-Musik mit der Hittfelder Dörpsmusik, die mit "Lobet den Herrn" Himmelfahrtsmäßig beginnt, aber danach gleich mit Marschmusik und Schlagern vor allem die Kinder begeistert, die hin- und hergerissen zwischen Eiswagen und Süßigkeitenstand pendeln. 
Alt und jung zusammen, die jüngste ist 13, hier leider hintern Notenständer verschwunden



Dazu Bierbuden, Bratwurst, Pommes, Kaffee und Kuchen, seit Neuestem sogar Fischbrötchen. Während ich hier schon schreibe, bauen die Helfer gerade alle Tische ab und die Vatertagsausflüglern ziehen weiter.
Bierzapfen diesmal im Winterpullover

Der ortseigene Toilettenwagen - immer wieder gern besucht