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Ein Turm wird 44

Heute feiern wir nicht nur den Tag der deutschen Einheit, sondern auch den Geburtstag des Berliner Fernsehturms. 

Am 3. Oktober 1969 wurde der Turm eröffnet und von den Ostberlinern spöttisch Ulbrichts Renommierstengel genannt. Und im Westen machten sich die christlichen Kapitalisten lustig über die "gottlosen" Kommunisten, weil bei richtiger Sonneneinstrahlung die Kugel mit einem so schönen Kreuz verziert ist.
Ich selbst war wohl im Sommer 1970 oder 1971 mit meiner Mutter und meiner Oma zum ersten Mal dort oben. Ich weiß noch, dass wir im Restaurant gesessen haben, dass sich alle 30 Minuten einmal um die eigene Achse dreht, und Mockturtlesuppe gegessen haben. Und wie damals sehe ich im Geiste nach unten, dorthin wo noch kein großer Anbau stand wie heute, der Platz noch nicht gepflastert war. Dort unten direkt unter uns standen die Pkws der Besucher, dutzende der üblichen Trabbis und Wartburgs in den üblichen blässlichen hellbeigen, grünen und blauen Pastelltönen.
Mittendrin stand unser Auto - ein funkelnigelnagelneuer Opel Manta in Knallrot. 
Das Bild stellt freundlicherweise ein Charles01 von Wikipedia unter CC-Lizenz zur Verfügung
 Und rundherum eine Traube von Menschen. Meine Mutter bekam Panik, denn ein paar von den Männern lagen sogar unter dem Wagen. Als wir dann unten ankamen, war der allerdings nicht fachmännisch zerlegt, wie wir schon befürchtet hatten. "Gucken, dürfen wir mal nach drinnen gucken?" tönte uns entgegen. Und es dauerte eine ganze Weile bis wir endlich fahren konnten.
Turm mit Rotem Rathaus

2006 im magentafarbenen Fußballkleid

Blick vom Berliner Dom

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