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Der Landrat! Echt jetzt?

Ich wollte einen Leserbrief schreiben. So richtig klassisch für unser "Käseblatt". Das ist die Kreiszeitung, die zweimal in der Woche in unserem Briefkasten landet. Die Zeitung, mit der sich Schüler das erste Taschengeld verdienen.
Unsere Kreiszeitung ist pechschwarz, zumindest von der politischen Ausrichtung des Besitzers her. Das heißt, dass Wahlkampftermine der CDU prominent auf der ersten Seiten oben links präsentiert werden. Auf diese Seite wirft jeder mindestens ein Auge, auch wenn man die komplette Zeitung mit dem fetten Packen Werbung kurzerhand in die blaue Tonne entsorgt. Vor der Landtagswahl im Frühjahr war sogar der damalige Ministerpräsident des Landes Niedersachsen in der Redaktion zu Besuch, hat ja bekanntlich nichts genutzt.
Nun wählt der Landkreis Harburg traditionell schwarz, seit langem den Herrn Böhlke, sowohl in den Kreistag, als auch in den Landtag.
Und auch der Erststimmen-Abgeordnete des Wahlkreises 36 Harburg im Bundestag ist der berühmte unsichtbare Generalsekretär Grosse-Brömer. In Seevetal steht uns wie schon vor ein paar Tagen beschrieben zusätzlich die Wahl des Bürgermeisters oder der Bürgermeisterin ins Haus. Und wie bekannt möchte dies die Kreistagsabgeordnete und Ortsbürgermeisterin von Ohlendorf Martina Oertzen mit dem großen Geld- und Parteiapparat der CDU im Rücken werden.
Frau Oertzen ist unter anderem auch Vorsitzende des Kreisschulausschusses und in dieser Eigenschaft in Ausgaben des Kreises in Millionenhöhe involviert. Wie aber könnte man meckernde Eltern - Eltern meckern immer und sind leider auch noch wahlberechtigt - vergessen machen, wer für so manche schulische Verwerfung, die der Landkreis in den letzten zehn Jahren produziert hat, verantwortlich ist?
Genau! Man kürt einen Sündenbock. Und unsere Kreiszeitung hat sich da einen vermeintlich besonders guten Sündenbock ausgesucht. Nämlich den Landrat, der irgendwann einmal in einem Anfall von Wahnsinn gesagt haben muss, dass jedes Kind auf die Schule gehen dürfe, auf die es gehen wolle, bzw. die Eltern es schicken wollen.
Der Landrat, der nach niedersächsischem Recht alles verantwortet aber nichts entscheidet, wird für das Schuldebakel, das ihm die Verwaltung des Kreises zusammen mit dem Schulausschuss eingebrockt hat, verantwortlich gemacht. Und angeblich hat unsere Kreiszeitung schon "vor zwei Jahren" davor gewarnt.
Merkwürdigerweise kann ich mich aber nur an die Jubelarien eben dieser Kreiszeitung erinnern, wenn man mal wieder zu Häppchen und Sekt bei der Einweihung eines neuen Schulbaus eingeladen war. Und merkwürdigerweise kann ich mich erinnern, wie ich "Gegenwind" in den Leserbriefen bekam, als ich darlegte, dass man für eine zweite Integrierte Gesamtschule, erst recht für eine dritte IGS im Landkreis doch mal bitte abwarten solle. 
Die große Frage ist also - wird das Steigbügelhalten aus dem Redaktionsbüro der Kreiszeitung ausreichen um der CDU-Kandidatin in den Sattel zu helfen? Oder werden die Seevetaler Bürger unbeeinflusst entscheiden können?

 

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