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Der Rest von Hamburg - Die Metropolregion Hamburg

Dies ist ein Text für Maximilian Buddenbohm und sein Blog "Herzdamengeschichten", dessen Idee "Der Rest von Hamburg" gerade ein bisschen ausufert. Und zu Hamburg gehört unsere Metropolregion.

Die Metropolregion Hamburg ist überall dort wo die Fahrkarte des HVV gültig ist. 
Im Süden, jenseits der Elbe nennt sich so der Landkreis Harburg mit der Einwohnerstärksten Gemeinde Deutschlands ohne Stadtrecht - Seevetal. Hier gibt es den größten Rangierbahnhof Europas und ein Autobahnkreuz in fünf verschiedene Himmelsrichtungen. In diesem Jahr hätte Seevetal mit seinen 19 Ortsteilen sein 40-jähriges Jubiläum gefeiert, da es mit der Gebietsreform 1972 gebildet wurde. So die amtlichen Fakten.
Wer sich bei Google Maps die Ausmaße dieses Ortes ansieht, wird mir zustimmen, dass es eine gute Idee war Hochdeutsch als Amtssprache einzuführen. Wie sollte denn sonst der wortkarge Elbfischer in Bullenhausen den grummeligen Schäfer in Ramelsloh verstehen, ganz abgesehen von den vielen Zugezogenen aus Hamburg.
Wir wohnen seit vielen Jahren in einem der kleineren Orte mit unter 1.000 Einwohner, in Lindhorst, das zusammen mit Hittfeld und Emmelndorf einen eigenen Ortsrat mit Ortsbürgermeister hat. Eingeborene heißen hier nicht Müller, Meier, Schulze sondern Graf, Beecken und Maack.
Wer in Lindhorst wohnt ist zu 90% Eigentümer, Grundstückseigentümer. An Infrastruktur gibt es (neben dem ehemaligen Schweinestall umgewandelt zu einer Kneipe) keine. Fürs Einkaufen benötigt man also irgendein Gefährt, denn der Bus fährt nur zweimal in der Stunde. Die meisten Pubertierenden jiepern dem 15 Geburtstag entgegen, der mit dem Mofa die ersten motorisierte Freiheit bringt. 
Einstmals war die Gemeinde Hittfeld als Verwaltungssitz mit Rathaus eine reiche Gemeinde mit Spielbank, schicken Restaurants und Nobeldisko, die die Hamburger zum abendlichen Vergnügen ins Umland zogen. Entsprechend waren denn auch die Gewerbeeinnahmen, von denen sich die Gemeinde zwei Schwimmbäder und zwei große Schulzentren leistete. Das Gymnasium in Hittfeld zog lange Jahre auch Hamburger Schüler an bis zur Einstellung des Länderausgleiches.
Seevetaler Schüler gehen übrigens gern auch mal in eine Hamburger Oberstufe, soll sehr viel einfacher sein.
Nach einem Mord an einem Spieler und Manipulationen am Roulette-Kessel transformierte die Hannoversche Landesregierung die Spielbank zu einer Automatenhalle um. Die Diskothek "Hittfelder Mühle" wird heute hauptsächlich von vorgeglühten Jugendlichen frequentiert. Insolvenzen trafen das Dorf. Das Flair schwand, die Ansprüche blieben. Gewerbeeinnahmen kommen heute hauptsächlich aus den in den 90ern gebauten Gewerbegebieten mit den Weltfirmen Meßmer-Tee und Vossloh-Schienenbau (vormals Stahlberg). Nach und nach haben sich dann auch Firmen wie BMW mit einem Schulungszentrum, ein Gartenfachzentrum und die Zulassungsstelle hier angesiedelt.
Das Leben ist hier trotz der unmittelbaren Nähe zur Großstadt noch dörflich gemeinschaftlich geprägt. Die Kinder gehen zur Jugendfeuerwehr, als Jugendliche oft zur erwachsenen Freiwilligen Feuerwehr. Prägend für Lindhorst ist der Bürgerverein, der unter anderem das bis nach Hamburg bekannte "Hähnekrähen" am Himmelfahrtsdonnerstag betreut. Kuchen, Torten, Bierausschenker und Würstchenbrater werden von Rico organisiert Und verstellt mal ein Baum die Sonne, finden sich immer Nachbarn unter Burkardts Kommando, die mit Kettensäge und Kran vorbeikommen.
Und wenn mir in Hamburg ein Malheur mit Auto passiert und der Hirtensalat nach einer Vollbremsung sich über den Beifahrersitz verteilt, so ist es mein Nachbar Detlef, der für eine Flasche Wein das stinkende Unglück beseitigt.
Seitdem ich mein Blog im letzten Jahr begonnen habe, bin ich so eine Art Chronist für alles was im Dorf passiert. Und in diesem Jahr war ich sogar als anerkannter Helfer des Bürgervereins zum Jahresabschlussessen dabei.
Alles in allem ist es nicht die schlechteste Art zu wohnen. Man genießt die relative Ruhe auf dem Lande, der Trubel der Stadt ist aber nur eine kurze Bahnstrecke entfernt 

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