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Illustre Gesellschaft

...oder ein Hoch der Mittelmäßigkeit.

Ein Landrat
Der Ausbildungsleiter einer Weltfirma
Ein Sparkassendirektor und sein Entourage
Die Leiterin eines Zukunftsprojektes für Kinder und Jugendliche
Der frisch gekürte Kaufmännische Leiter eines Museums
Der habilitierte Leiter eben diesen Museums
Dazu ein Schuldirektor mit Frau und Hund
Ein Bürgermeister und andere Kommunalpolitiker
Mitglieder des örtlichen Lions Club
Viele Coaches
.... und ich bei meinem letzten offiziellen Termin als Elternvertreter

Wir alle feierten am Donnerstag mit einem langen Vortrag, einem Riesenscheck aus Pappe und Wiener Würstchen das 5-jährige Bestehen der Initiative "My Life" des Landkreises Harburg. In Fünf Jahren wurden fast 500 Jugendliche "gecoacht". Weit mehr als 100 fanden eine Ausbildungsstelle, weit mehr als 100 gingen zurück an die Schule um einen höherwertigeren Abschluss zu erreichen.
Jeder Schüler des Landkreises, kann die Hilfe von My Life in Anspruch nehmen. Hauptsächlich sind dies Schüler, die schon mal eine Ausbildung abgebrochen haben, oder auch zwei. Schüler, die aufgrund ihrer schlechten Noten nie zu einem Gespräch geladen werden. 
Und damit komme ich auf den zweiten Teil der Überschrift - auf das Hoch der Mittelmäßigkeit. Die Guten und Außergewöhnlichen werden gefördert, mit Stipendien, Studienplätzen, später guten Jobs. Gefördert werden weiterhin Jugendliche, die während ihrer Pubertät hauptsächlich durch eine Null-Bock-Mentalität, mangelnde Schulabschlüsse und abgebrochene Ausbildungen aufgefallen sind. Diese müssen natürlich gefördert werden, damit sie nicht ihr Leben in Abhängigkeit von Sozialsystemen wie Hartz IV verbringen müssen.
Wo aber bleiben die tausenden von Jugendlichen, die niemals in ihrer Schullaufbahn einmal sitzen geblieben sind? Die einen Ausbildungsplatz gefunden haben, diese Ausbildung auch durchhalten? Im September 2011 gab es in Deutschland 1.673.688 Jugendliche in einer Ausbildung.
Wie z.B. L., der schon immer Koch werden wollte und seit zwei Jahren ohne Murren den Schichtdienst in einem großen Hamburger Hotel durchsteht, obwohl er oft morgens um 4 Uhr schon mit der S-Bahn unterwegs sein muss.
Oder F., der mit einem Hauptschulabschluss ohne große Feier von der Realschule  abging und jetzt Meister für Landmaschinentechnik ist.
Oder K., die Schwangerschaft und Prüfungen für die Ausbildung gleichzeitig erledigte.
Das sind nur drei der jungen Menschen aus unserem Dorf, die ihren Weg gehen.
 

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