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Hittfeld - Ein Dorf auf der Suche nach seiner Mitte

Früher war alles einfacher. Also so ganz früher - im Mittelalter. Eine Kirche, ein Marktplatz. Die Menschen machten einmal in der Woche oder einmal im Monat die weite Reise in den nächsten Ort um am Fuße des Hittfelder Kirchbergs zu handeln oder um sich der Gerichtsbarkeit zu unterwerfen. 
Dann kam 1972 die Gebietsreform in Niedersachsen und Hittfeld wurde der Verwaltungssitz der neu gebildeten Gemeinde Seevetal, die größte Gemeinde Deutschlands mit 19 verschiedenen Ortsteilen. 
Trotz des großen Rathauses und einer ehemals schicken Spielbank hatte sich Hittfeld den dörflichen Charakter bewahrt, selbst die Discounter wie Aldi, Penny oder Netto fügen sich mit ihrer Größe ins Dorf ein. Haupteinkaufsstraße war die Kirchstraße. Samstags flanierte halb Hittfeld und die Einwohner der umliegenden Dörfer hier zwischen Markt, Bäcker und EDEKA Graf umher. Man traf sich, quatschte und tratschte, machte einen kleinen Schaufensterbummel und eingekauft wurde natürlich auch. 
Mit dem Bau des neuen (vielleicht ein bisschen überdimensionierten) EDEKA-Einkaufszentrums mit Café und Postagentur verlor Hittfeld seine Mitte. Denn der Gemeine Hittfelder Käufer läuft nicht gern. Eine Strecke von 100 Metern über den befahrenen und unattraktiven Parkplatz muten sich die Kunden oft nicht zu. 



Mit dem Einzug von "Frische und Vielfalt" begann der Niedergang des Wochenmarktes, EDEKA vermietet Standplätze an die Markthändler auch an anderen Tagen als Samstags. Und anstatt eine gemeinsame Lösung zu suchen und möglichst auch zu finden, spaltet sich die ehrbare Kaufmannschaft auch noch in Gewerbeverein und "Interessengemeinschaft Kirchstraße und Arkadenhof". 
EDEKA Meyer hat mit der Einladung zur Hausmesse am 01. April vorgelegt. Die Interessengemeinschaft hat mit einem Flyer und Hinweis auf die Homepage gekontert. Mal sehen, wie es weitergeht.

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