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Ich bin heute auf Krawall gebürstet.....

Herzlichen Glückwunsch, liebe Jesteburger, zur neuen Oberschule, die im kommenden Jahr eingerichtet werden soll. Die Genehmigung von der Landesregierung ist da. Und es wurde gefeiert.

Was für den TAZ-Journalisten und die Bertelsmann-Stiftung eine kämpferisch engagierte Dorfgemeinschaft und Initiative ist, stellte sich in den Jahren 2004 bis 2010 für andere nur als nervige Kampfhennen dar. Auf einer schulinternen Veranstaltung tauchten die Vorsitzenden der Initiative auf und beanspruchten Redezeit. Bei der Entscheidung im Kreisschulausschuss zur Schließung der Jesteburger Außenstelle wurde eine Liste mit über 100 Unterschriften von Grundschuleltern vorgelegt, deren Kinder "vor Weinen nicht in den Schlaf kämen, weil sie nicht wüssten in welche Schule sie nach den Ferien kommen würden" - Originalzitat und für mich immer noch einen Lacher wert. 10-jährige Schüler heulen sich sicherlich wegen einiger Dinge in den Schlaf, aber bestimmt nicht wegen irgendeiner Schule, die in der fernen Zukunft nach 6 Wochen Sommerferien besucht werden soll.

Lustig sind auch die Politiker, die sich jetzt für die Befürwortung der Oberschule auf die Schultern schlagen - zum größten Teil sind es diesselben, die im Jahr 2003 beschlossen hatten, dass Jesteburg gut mit einer Außenstelle bedient ist.

Also, liebe Jesteburger - Herzlichen Glückwunsch dafür, dass Eure Kinder jetzt nicht mehr aus dem Dorf rauskommen. Der Blick über den Tellerrand und die Chance auf neue Freunde - dahin. Das Entkommen von mobbenden Klassenkameraden - vorbei. "Stirbt die Schule, stirbt das Dorf." So der Leitsatz der Jesteburger. Meine Meinung: Kommt die Dorfschule, so stirbt die Toleranz gegenüber anderen und die Neugier auf die große Welt da draußen vor dem Dorf.

Kommentare

  1. Ich kenne die Situation ja nicht. Kommt darauf an, was das vielbeschworene "kilometerweite" Fahren mit dem Bus genau ist, und wie viele es betrifft. Dass die Leute (und der Mann von der TAZ) übertreiben und nerven, kann ich mir gut vorstellen.
    Als Lehrer kenne ich nur eine Kleinstadt; macht es einen Unterschied, ob man aus dem Dorf oder der Kleinstadt nicht herauskommt?

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  2. Die Jesteburger sitzen wie die fette Spinne im Netz inmitten von guten bis sehr guten Schulen in einer Entfernung von bis zu 15 km. Und es macht einen Unterschied, ob ich in einem Dorf bleibe, das eine oder zwei Grundschulen hat oder aus einer Kleinstadft, die vielleicht 4 oder mehr Grundschulen mit unterschiedlichen sozialen Konstellationen hat.

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