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Mauerbau

Jetzt, hier und heute - einmal ein ernstes Thema, das viel in meinem Leben bestimmt hat.

Heute vor 50 Jahren wurde die Mauer gebaut. Ich war 4 Jahre alt und wir wohnten noch in Berlin. Mein Vater war schon im Jahr 1959 nach Westdeutschland zur Bundeswehr gegangen und meine Mutter und ich sollten jetzt nachkommen, ausgerechnet im August 1961.

Meine Mutter hatte mich zu meinen Großeltern gebracht nach Friedrichsfelde, in die Beilsteiner Straße. Gewohnt haben wir in Zehlendorf, Winfriedstraße am BVG- Busdepot. Genau lässt es sich nicht mehr nachvollziehen, an welchen Tagen ich bei meinen Großeltern war, während meine Mutter die Kisten packte. Es war aber einen oder ein paar Tage, bevor die Mauer am 13. August in einer Nacht- und Nebelaktion errichtet wurde. Sonst hätte ich wohl bei meinen Großeltern aufwachsen müssen.

Ich erinnere mich nicht mehr, wie meine Mutter mich mit dem Fahrrad abgeholt hat, aber ich erinnere mich merkwürdiger Weise an die Fahrt mit dem Möbelwagen durch die "Zone". Im August 1961 wusste noch niemand, dass die verdammte Mauer einen Großteil unseres Lebens bestimmen würde.

Und ich wage zu behaupten, dass einige von uns in Westdeutschland mehr von dieser Mauer betroffen waren, als viele DDR-Bürger (allen voran die gute Frau Lötzsch, geb. im August 1961 und ehemaliges SED-Mitglied), die sich ihre Mauer auch noch schön geredet haben.

Mein Großvater starb einsam im Krankenhaus, weil meine Mutter und ich um Mitternacht zurück in den Westen mussten, meine Großmutter später dement im Altersheim. Meine Mutter hat ihr Elternhaus mit dem kompletten Inhalt verschenkt, weil es sonst verfallen wäre. Ein Verkauf oder selbstständige Vermietung war als Westbürger nicht möglich. Jeder "Eintritt" nach Ostberlin kostete 40 DM, einschließlich des 1:1-Zwangsumtausches von 20 DM in 20 Ostmark. Und von einem verkauften oder vermieteten Haus hätte man von einem Bankkonto der DDR bei jeder Reise 100 Ostmark abheben dürfen. 100 Ostmark waren zum reellen Umrechnungskurs dann 25 DM.

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